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| Zu Besuch im Tsimba Children's Home im August / September 2006 |
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Ein Bericht von Markus, Birgit und Larissa (10 Jahre) über ihre Besuche im Tsimba Children's Home während des Kenia-Aufenthalts vom 23.08. bis 15.09.2006
Abholung am Flughafen
Christine hatte uns freundlicherweise angeboten, dass Matano (Fahrer, Gärtner und „Mann für alle Fälle“) uns aufgrund unseres „Leichtgepäcks“ von ca. 275 kg (einschl. Handgepäck) vom Flughafen abholen könnte. Beim Einchecken in Frankfurt gab es keine Probleme; dass wir für das Übergepäck bezahlen, war selbstverständlich. Der Flug mit Zwischenlandung und ca. 1 Stunde Aufenthalt in Arusha verlief ruhig, zog sich aber in Anbetracht unserer freudigen Erwartung auf Kenya hin.
Der Zoll in Mombasa freute sich sichtlich, als wir mit unseren drei Gepäckwagen angerollt kamen. Man interessierte sich natürlich sehr für unser Gepäck, mit viel Small Talk und einer Tüte Bonbons und einer Packung Kaugummi weniger im Gepäck verließen wir dann wieder mal als Letzte den Flughafen. Matano erwartete uns schon ungeduldig außerhalb des Gebäudes mit unserem Namensschild in den Händen. Er dachte zunächst, er hätte uns irgendwie verfehlt. Trotz Auto mit großem Kofferraum brachten wir unsere 4 Koffer, drei Reisetaschen und das Handgepäck gerade so unter. Nach Ankunft in unserem Hotel an der Südküste baten wir Matano, uns für unseren ersten Besuch in Tsimba abzuholen.
Freitag, 25.08. – unser erster diesjähriger Besuch in Tsimba
Pünktlich um 9.00 Uhr holte Matano uns vom Hotel ab. Auf nach Tsimba. Da noch zwei weitere Paare (Harry und Aysun und Markus2 und Melanie) mit ins Kinderheim kamen, fuhren wir getrennt mit Auto und Matatu nach Tsimba. In Tsimba angekommen, wurden wir freudig von den Kindern begrüßt. Markus schaute sich den defekten Zaun an, notierte benötigte Reparaturmaterialien und legte gleich mit der Arbeit los. Harry und Markus2 halfen dabei. Die Kinder wurden in der Zwischenzeit mit den Mitbringseln beschäftigt. Ein gefülltes Schulmäppchen für alle, außerdem Sportschuhe, Kleidung, Spielwaren und Süßigkeiten.
Es folgte ein längeres Gespräch mit der Managerin des Heimes Maria, die uns auf den neuesten Stand der Dinge brachte.
Seit Anfang der Woche war Gladys (3 Jahre) im Heim aufgenommen worden, außerdem vier Jungs (Francis 13, Martin 7, Hezron 5 und Fredrick 2), die nur für einen Zeitraum von 2 Wochen in Tsimba bleiben sollten. Inzwischen wurden die vier Jungs im Nice View Children’s Home untergebracht.
Gladys ist sehr ruhig und anhänglich. Besonders an Larissa hing sie zuweilen wie ein Klammeräffchen. Die Mutter von Gladys verstarb 2004, der Vater ist HIV positiv und nicht mehr in der Lage, für seine drei Kinder zu sorgen. Die beiden Brüder von Gladys (7 und 11 Jahre) wurden in einem anderen Kinderheim untergebracht, da der Ältere der beiden HIV positiv ist und man die beiden Jungs nicht trennen wollte. Gladys selbst ist negativ.
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Zuwachs in Tsimba – Gladys (3 Jahre)
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| Großeinkauf im Baumarkt
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Auf der Rückfahrt von Tsimba ins Hotel wurden die verschiedenen „Baumärkte“ abgeklappert und schon mal 610 m Stacheldraht für die Zaunreparatur eingekauft.
Montag, 28.08.06
Matano holte uns vom Hotel ab. Auf dem Weg nach Tsimba kauften wir 6 Sack Zement und 6 Schubkarrenladungen Steine, außerdem noch eine Schubkarre für die Gartenarbeit. Die Hälfte davon wurde Pole Pole ins Auto geladen, der Rest musste im „Baumarkt“ auf unseren nächsten Besuch warten.
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William erwartete uns schon ungeduldig in Tsimba und war schon startbereit. Heute sollte es zu Besuch zu seiner Mutter nach Shimo La Tewa gehen. Markus und Larissa verblieben im Heim. Matano, William und ich machten uns auf den Weg. Kurz bevor wir das Frauengefängnis nördlich von Mombasa erreichten, gingen wir noch im Nakumatt ein paar Dinge einkaufen. Seife, Zahnpasta, Zahnbürste und Toilettenpapier für Mama, für seine beiden jüngeren Schwestern Rachel (3 1/2) und Linet (4 ½) Kekse. Von den Angestellten in Shima La Tewa wurden wir freundlich begrüßt. Wir wurden in einen Warteraum geführt und Mama Esther und Rachel und Linet wurden herbeigerufen. Rachel und Linet freuten sich sehr, ihren älteren Bruder William zu sehen und natürlich auch über die Kekse. Esther begrüßte uns herzlich. Nach dem ersten Austausch mit William, bat sie eine der Wärterinnen, für mich zu übersetzen, da sie selbst kein Englisch spricht. Sie bedankte sich für die Unterstützung und Hilfe, die ihre Kinder durch den Verein und das Kinderheim erfahren. Sie lies mich wissen, dass sie im Dezember 2007 aus dem Gefängnis entlassen werde und sich Sorgen um ihre Zukunft mache, da sie dann völlig mittellos wäre. Ob evtl. eine Starthilfe durch den Verein möglich wäre, um für sich und die beiden Mädchen sorgen zu können. Ich fragte sie, wie diese Hilfe ihrer Meinung nach aussehen sollte. Sie könne sich vorstellen, auf dem Markt Obst und Gemüse zu verkaufen, benötigte dafür aber eine Starthilfe. Ich zeigte Verständnis für ihre Lage, machte ihr aber auch klar, dass dies nicht in meiner Entscheidung läge und ich ihre Bitte weiterleiten würde. Rachel und Linet bekamen noch ein paar Kleidungsstücke, ein kleines Malheftchen mit Buntstiften und Bonbons, wir verabschiedeten uns und machten uns wieder auf den Weg nach Tsimba. Auf der Rückfahrt war ich gedanklich noch bei der Verarbeitung meiner Eindrücke…
Zurück in Tsimba erzählte mir Markus begeistert von der großen handwerklichen Unterstützung, die er durch Omari erhalten hatte. Markus gab Matano noch ein paar Tipps und Anregungen für den weiteren Verlauf der Zaunreparatur, die durch Matano nun auch alleine erledigt werden konnte.
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Freitag, 01.09.06
Matano holte Larissa und mich vom Hotel ab, auf dem Weg nach Tsimba holten wir noch den Rest des Materials im Baumarkt ab.
Markus hatte sich heute eine Pause verdient und durfte zur Abwechslung mal Tauchen gehen.
In Tsimba angekommen, wurde unter Mithilfe von Omari und William zuerst das Auto ausgeladen. Stolz zeigte mir Matano den Fortschritt der Zaunreparatur. Auch der Müllhaufen rechts neben der Einfahrt wurde zwischenzeitlich an einen anderen, nicht sofort für Besucher einsehbaren Ort verbracht. Während der Woche hatte Matano wirklich einiges geleistet. Bravo! Matano zeigte den schon seit längerem angelegten Garten mit den spärlich wachsenden Jungpflanzen. Diese können nicht weiter wachsen, da es nicht genügend Wasser gibt; außer Unkraut jäten und auf Regen zu warten und zu hoffen ist nicht viel mehr zu tun. Da auch der große Wassertank neben dem Neubau schon so weit geleert ist, dass die Pumpe nicht mal mehr Wasser zieht, und das bisschen Restwasser mühsam mit dem Eimer herausgeschöpft werden muss, sind wir beim Kernproblem des Kinderheims gelandet. Es muss dringend ein eigener Brunnen her!!!
Mit Matano und William machte ich mich danach auf den Weg ins Good News Children Home, welches vor Likoni liegt und wo Williams Bruder Maxon (11 Jahre) untergebracht ist. Larissa wollte in Tsimba bei den Kindern bleiben.
Alle Versuche, Maxon mit seinen Geschwistern in Tsimba zu vereinen, sind bisher fehlgeschlagen. Für Tsimba ist das Jugendamt in Kwale zuständig, für das Good News das Jugendamt in Mombasa.
Auch hier wurden wir freundlich empfangen. Beeindruckt war ich von der Tatsache, dass die Kinder Musikunterricht erhalten, der eigens für unseren Besuch und den dafür benötigten Aufenthaltsraum unterbrochen wurde. Maxon freute sich sehr über den Besuch von William und sie tauschten sich rege aus. In der Zwischenzeit unterhielten wir uns mit dem Manager des Heimes. Er teilte uns mit, dass er von seiner Seite aus kein Problem sehe, dass Maxon zu seinen Geschwistern nach Tsimba kommt, aber es müsse vom Direktor des Jugendamtes in Mombasa bzw. durch das Gericht entschieden werden. Wir baten darum, uns die Unterkünfte ansehen zu dürfen. Ein krasser Unterschied zu Tsimba. Das Good News beherbergt 24 Kinder, die von 5 Angestellten betreut werden. Teilweise sind 6 Kinder in einem Raum untergebracht, der gerade mal Platz für die Betten bietet. Putz und Farbe bröckelt von den Wänden ab, im Innenhof keine Gelegenheit zum Spielen, da dort die Wäsche zum Trocknen hängt. Spielgelegenheit im Freien gibt es auf der anderen Straßenseite, deren Überquerung aber Risiken mit sich bringt, da diese die Hauptstraße von und zur Fähre ist. Der Manager erzählte mir, dass sie ein neues Heim in Kikambala (nördlich von Mombasa) bauen möchten, das Grundstück sei vorhanden und auch schon eingezäunt, aber es fehlen noch die nötigen Mittel für den Hausbau.
Auch Maxon erfreute sich an seinen Sportschuhen, Kleidung, Schulmäppchen und Süßigkeiten. Er ist der Jüngste im Heim. Es gefalle ihm dort, aber er wäre natürlich lieber mit seinen Geschwistern zusammen. Er trug mir Grüße für Christine und Speedy auf und wenn ich doch bitte auch ausrichten könne, dass er sich so sehr ein Fahrrad wünsche, da er einen sooo weiten Schulweg hätte. (Wenn es mir auch nicht leicht fallen würde, aufgrund der stark befahrenen Straße würde ich Maxon diesen Wunsch nicht erfüllen.)
Zurück in Tsimba dauerte es eine ganze Weile, bis ich Larissa von den Kindern losreißen konnte. Sie wollte dort übernachten. Nachdem ich ihr aber erklärt hatte, dass sie dann auch Ugali mitessen solle, entschied sie sich doch lieber fürs Hotel.
Sonntag, 10.09.06 /
Abschiedsparty
Wir hatten Maria und Matano gebeten, für unsere Abschiedsparty Pilau und Soda und was sonst noch bei den Kindern angesagt war zu besorgen. Maria kalkulierte die Kosten und erhielt das Geld für die Besorgungen.
Mit dem Matatu kamen wir dann angereist. Die Kinder rannten uns schon entgegen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Alle Kinder hatten ihre Festtagskleidung an, das Gelände und das Haus waren mit Luftballons und Girlanden geschmückt. Man hatte eigens einen Torbogen aus Palmwedeln aufgestellt. Was für ein netter Empfang! Auch mit in die Zimmer mussten wir gleich kommen. Die Kinder hatten richtig nette Zettel im Zimmer für uns aufgehängt.
Die Kinder hatten sich richtig Mühe mit der Dekoration gegeben:

Vor dem Festschmaus veranstalteten wir ein paar Spiele für die Kinder (auch Matano beteiligte sich rege), die „Gewinner“ (es waren natürlich Spiele wie Topfschlagen, Luftballon-Wettbewerbe, bei denen alle etwas gewinnen konnten), wurden mit Kleinigkeiten ausgezeichnet. Wambua hatte großes Gefallen an seiner gewonnenen Flöte gefunden. Viel Gelächter bei den Spielen:
Die Qual der Wahl:
 Es ist immer wieder erstaunlich für uns, welche Portionen die Kinder verschlingen können. Da können selbst wir als Erwachsene nicht mithalten. Stolz präsentierten sie uns ihre prall gefüllten Bäuche. Und auch die Ziege hatte Kohldampf.

Die Kinder haben uns noch Lieder vorgesungen und dann ging es schweren Herzens daran, Abschied zu nehmen.

Asante sana Maria, Tabbydha, Matano und Mathilda und ein ganz dickes Lob und Dankeschön auch an die Kinder für die wundervolle Zeit, die wir mit ihnen verbringen durften.
Kwaheri und tutaonana tena.
Markus, Birgit und Larissa
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