| Wasser ist
LEBEN!!!
Und ohne Wasser ist kein Leben möglich und
nun haben sich unsere Mühen doch noch gelohnt.
Es war nicht einfach, begonnen hatten wir 2005
mit zwei„Schürfern“ die per Hand
auf etwa 17 Meter gruben. Dann wurde ihnen nicht
nur die Luft knapp, auch der Fels war nicht zu durchdringen.
Vor Ort kümmerte man sich um eine Firma, die
uns den Brunnen professionell erstellen sollte,
die per Gutachten veranschlagte Tiefe sollte um
die 45 Meter sein. Aus drei Vorschlägen wählten
das Management und Board in Kenia die Firma Technosales
and Services Mombasa ltd.
Im April 2007 startete diese Firma, laut Vertrag
mit modernstem Gerät, tatsächlich aber
mit extrem alten Equipment. Wie üblich zahlten
wir 500 000 ksh an, Restzahlung bei Vertragserfüllung.
Die dann folgenden 12 Monate erinnerten an eine
Seifenoper. Oft standen alle Räder still weil
irgendein Teil gerissen, zerbrochen usw, Arbeiter
nicht bezahlt waren. Im März 2008 kam dann
heraus, dass die Firma Technosales ein Subunternehmen
beauftragt hatte, die vertraglich festgelegten 45
m zu bohren. Allerdings kassierten sie noch schnell
im Februar 100 000 ksh, für die nächsten
10 m weil 45m erreicht gewesen wären.
Tatsache war aber, es waren nur 39 m gebohrt, tiefer
konnte diese Firma auch nicht bohren und da außerdem
noch Zahlungen von Technosales offen waren, packten
diese Leute einfach ein und gingen. Im März
wollte uns dann der Chef von Technosales weiß
machen, es sei tief genug gebohrt und Wasser reichlich
vorhanden. Allerdings sprudelte beim Testpumpen
nur spärlich Wasser für 10 Minuten und
wir bestanden auf die weitere Bohrung der bereits
bezahlten 10 m. Zwar sagte man uns dies zu, allerdings
ließ sich auch von dieser Firma niemand mehr
sehen, Anrufe wurden negiert.
Zufällig kam mir nun ein Freund aus Holland
zu Hilfe, er hatte selbst in Ukunda gerade bohren
lassen und machte mir den Kontakt zu einer anderen
Firma aus Nairobi wo wir uns auch persönlich
vom vorhandenen Equipment überzeugen konnten.
Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Wir mussten uns
schnell entscheiden weil das gesamte Equipment nach
Uganda gehen sollte, man uns aber noch reinschieben
würde in den Terminplan. Hin- und hergerissen
entschieden wir uns für einen erneuten Versuch
auch wenn die Finanzierung nicht stand. Diese Firma
nun benötigte nur drei Wochen und davon standen
auch die Räder für fünf Tage still
wegen Ersatzteilbeschaffung (unsere Felsen scheinen
wirklich extrem hart zu sein) - aber nun ist es
gefunden, reichlich Wasser in 61 Meter Tiefe!
Ich möchte mich hier bei all den treuen
Spendern bedanken und "Bild hilft", wir
haben es nur Dank Eurer Hilfe geschafft und werden
den Rest auch noch bewältigen.
Richtig, es hat lange gedauert und war mühsam
und manch Eine/r hat uns belächelt. Aber wir
haben nicht aufgegeben weil Wasser eine wirklich
existenzielle Voraussetzung ist und nun ist ein
weiterer großer Schritt in die Selbstständigkeit
vom Tsimba Childrens Home getan und IHR habt mitgeholfen,
dafür ein dickes DANKE SEHR von uns und auch
allen Kindern und dem Personal aus Tsimba.
Was wären wir ohne Euch? Nichts, aber gemeinsam
sind wir stark!
Christine
NACHTRAG September 2008:
Nach zähem Ringen ist es uns gelungen, die
Firma Technosales zur Rückzahlung vom 300 000
ksh zu bewegen.
Wir haben nicht aufgegeben, Anwalt und Presse informiert,
eine Anzeige bei der Polizei in Diani gestartet
und so konnte endlich unter Polizeiaufsicht eine
Probemessung durchgeführt werden.
Die Firma konnte nicht beweisen, dass die angegebene
Tiefe erreicht ist und bot uns eine Zahlung von
200 000 ksh an. Wir pokerten und verlangten 400
000 ksh, wohl wissend, dass man sich in der Mitte
trifft und so haben wir letztendlich die von uns
erwarteten 300 000 ksh zurück erhalten.
Mehr war nicht zu erwarten und so haben wir uns
eine langwierige Auseinandersetzung mit Gericht
und Anwalt erspart, wo letztlich nur Gelder in die
Taschen von Anwälten und Richtern geflossen
wären.
Hier möchte ich mich sehr beim Chef (bei den
anderen Uniformierten sah das leider anders aus)
der Polizeistation Diani bedanken, von seiner Seite
kam keine Bitte nach "kidogo". Er hat
sich nicht gegen ein kleines Entgelt hinter unserem
Rücken mit der Firma verbündet, stattdessen
hat er sich in Ruhe alle Positionen angehört
und meinte dann zum Direktor von Technosales: „Ich
glaube, Sie sind ein schlechter Mensch!“
Es hat mich viel Zeit und Nerven gekostet, aber
es hat sich gelohnt und vielleicht ist es ein Ansporn,
nicht jede Ungerechtigkeit in Kenia hinzunehmen,
es gibt auch dort noch Menschen, die nicht käuflich
und/oder korrupt sind.
Christine
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