Aus welcher Motivation wir entstanden sind

Wer behauptet, die Entwicklungshilfe sei wie ein Riff, an dem zahllose Projekte Schiffbruch erleiden, kannte uns nicht! Weil auch wir so unsere Erfahrungen mit Spendenschwindlern gemacht hatten, die sich ihr luxuriöses Leben in Kenia mit deutschen Spenden finanzierten, entschlossen wir uns im September 1999, unseren eigenen Hilfsverein zu gründen. Zehn Jahre später – 2009 - blickten wir zurück auf unsere Erfolgsgeschichte. Wir sind stolz darauf, mit reinem Gewissen bewiesen zu haben, dass wir unser Versprechen gehalten haben. Unser Name, den wir damals bewusst auswählten, ist und war das Ziel, das wir erreicht haben! Hoppelig begann die Hilfsreise in 1999. Wir haben unzählige Hürden meistern müssen: Wir trauerten um wunderbar gearbeitete Toilettentüren, die nach dem Einbau geklaut wurden; wir rannten unseren gespendeten Rechnern nach, die auf wundersame Weise Beine bekamen und im Busch verschwanden; wir strichen Neubauten, die am Ende ungenutzt blieben, weil ganze Projekte aufgrund von Korruption geschlossen wurden; wir schlängelten und an Schlaglöchern vorbei und kämpften uns durch den Behördendschungel; wir trafen Menschen mit schrecklichen Schicksalen und die herzlichsten und höflichsten Lügner, die man sich nur vorstellen kann. Wir stritten im Hafen vom Mombasa mit gierigen Zollbeamten und legten uns immer wieder mit dem Jugendamt an, das einfach nichts zum Wohle der Kinder unternehmen wollte. Wir verkauften bei Wind und Regen Habseligkeiten in Deutschland und kauften Einrichtungsgegenstände fürs Heim von den Einnahmen. Wir peppten Kinder auf, sahen ihre Fortschritte und erfreuten uns an ihrem Lachen, bis sie zu ihren Familien zurückgingen und wir nichts mehr für sie tun konnten. Wir begleiteten die Kinder ins Krankenhaus, wachten an ihren Betten und machten ihnen Mut. Wir lachten und weinten gemeinsam mit großen und kleinen Kenianern und mussten manche Male Grenzen akzeptieren, die wir trotz aller Willenskraft einfach nicht übertreten durften. Wir passten uns an, lernten die Gepflogenheiten der Einheimischen kennen und respektierten die abenteuerlichsten Ansichten. Wir hatten schöne und humorvolle Stunden mit den Kindern und freuten uns über ihre Fortschritte. Wir konnten uns manchmal jedoch auch mit Lehmwänden unterhalten, die uns ebenfalls kein Gehör schenken wollten. Kurzum, es war eine turbulente Achterbahnfahrt der Gefühle, die wir in den vergangenen zehn Jahren in Kenia erlebten. Trotz all der Rückschläge, Diebstähle und Verhandlungen mit korrupten Einheimischen gelang es uns, als Verein immer größer und besser zu werden. Das Wechselbad der Gefühle, in das uns das Land Kenia tauchte, hat seine Spuren hinterlassen. Wir sind alle weltoffener, toleranter und entspannter geworden.

Dennoch ist irgendwann auch für uns einmal Schluss, wir haben unser Hauptprojekt - das Tsimba Children's Home - nach vielen Jahren zunächst in die Hände von Future for Kids e.V. gegeben und den Verein aufgelöst. Seit 2013 wird das TCH vom Verein SupEdu geführt, Infos finden Sie hier. Danke an Alle, die trotz Probleme immer zu ihren Patenkindern gestanden haben und zum großen Teil dies auch noch tun.