|
|
| |
| April 2002, eine etwas verkorkste Woche |
| |
Was tun, wenn uns ein großzügiger Spender eine Solarladestation schenkt und diese in Kenia sinnvoll eingesetzt werden soll? Nach Kenia fahren, was sonst!
Don't just say it, do it! Genau dies habe ich getan. Für eine Woche nach Kenia, wobei die Woche unfreiwillig kürzer wurde, weil Flieger verpasst (Anreise mit DB ) und dann auch noch Streik in Mombasa. So erreichte ich halt nach 48 Stunden das Ziel, an dem man sonst nach etwa zwölf Stunden sein könnte.
Zuerst eine traurig komische Nachricht: eine der vier Toilettentüren, die wir im November 2001 der Mwakigwena Primary School haben bauen lassen, wurde gestohlen. Das ist kein Witz!
Der Dieb, der diese Tür verkauft hat, wurde gefasst, auf ihn warten nun drei Jahre (!) Gefängnis. |

Eine der Toilettentüren, die gestohlen worden war
|
| |
Direktor Peter erzählte, dass für 21 SchülerInnen der Besuch der Schule gefährdet ist, da diese keine Schulbücher kaufen konnten. Mit 12.000 Ksh hat unser Verein dafür gesorgt, dass die SchülerInnen die nötigen Bücher nun bekommen haben. Auch unsere 350 Kulis fanden hier einen guten und vor allem schnellen Absatz. Zwar reichten sie nicht für alle Schüler, aber über 1000 Stifte hatten wir nicht. Und das, obwohl Jürgen und ich auf der Industrie Messe eifrig gesammelt haben und auch Gerd uns eine Menge geschickt hatte. |
| |

Viel Freude bei den Kindern des DCC

Die Wasserleitung - etwas befremdlich für Europäer

|
Der Besuch des Day Care Center war wieder verbunden mit vielen strahlenden Kinderaugen.
Zuerst kauften wir „Tonnen“ von Lebensmitteln, anschließend verhandelten wir mit dem Besitzer des angrenzenden Grundstückes über den anstehenden Landkauf. Das Gelände ist groß genug, um den nunmehr 100 Kindern ein sicheres und menschenwürdiges Heim zu bieten.
Es war toll zu sehen, wie ein Rentnerehepaar aus Holland einen Aufenthalt in Kenia nutzte, um eine Wasserleitung zu bauen. Das Material dafür wurde von einem Freund unseres Vereins bezahlt.
Die von einem Münchener Professor gespendete Solarladestation mit zehn Lampen habe ich nach Sambweni in das Waisenhaus „Nice View“ gebracht, denn das Day Care Center hat derzeit nur ein Gebäude, nämlich die Kirche. Zu gegebener Zeit wird sich sicher auch für Pastor Omari eine Solarstation finanzieren lassen. Daher kann die Ladestation im Waisenhaus „Nice View“ von Gudrun Dürr momentan besser eingesetzt werden. Hier sind zwölf Kinder untergebracht und Frau Dürr lebt gemeinsam mit ihnen in der Anlage. Die Lampen können gefahrlos in den Kinderzimmern Strom spenden, ohne Angst, dass die Strohdächer Feuer fangen könnten.
Auch die gespendeten T-Shirts und Stifte der Firma MCI haben wir hier den Kindern übergeben, ebenso wie Luftballons und andere Geschenke, die uns Conny noch besorgt hatte.
Eine andere Schule in der Nähe des Ukunda Airstrips besuchte ich zwei Mal. David, ein Reiseleiter, den ich schon seit 1993 kenne, bat mich darum, da dort die Zustände noch schlimmer sein sollten als in der Mwakigwena Primary School. Ich ging also schon mit gemischten Gefühlen dorthin, wo ein Lehrer mir die Klassenräume zeigte. Ehrlich: wir würden diese Räumlichkeiten nicht einmal unseren Hühnern zumuten. Schnell sammelten sich im Dorf die Kinder und eine Gruppe Männer, die mich ziemlich komisch ansahen. Dass sie unter Drogen standen, war unübersehbar. Eine Lehrerin bat mich um Zement, damit sie die Fußböden der Klassenräume betonieren könnten. Die Kleintiere stechen und beißen die auf dem Boden sitzenden Kinder. Ich versprach, Zement zu bringen und war heilfroh, als ich dieses Gelände wieder verlassen konnte.
Zwei Tage später kaufte ich vier Sack Zement und fuhr zusammen mit zwei Freunden - Tanja und Igor - noch einmal hin. Wir machten einige Fotos und wurden daraufhin von einem jungen Mann angepöbelt. Er wollte Geld für die Fotos, da wir ja sicher Journalisten seien und in Deutschland die Fotos verkaufen würden. Geld bekam er keins, aber wir verließen dann doch relativ schnell diesen „gastlichen“ Ort. |
|
|
Ich hatte noch einen Termin beim Doktor, denn ein kleiner Junge bei Pastor Omari benötigte dringend einen Arzt und musste operiert werden. Allerdings denke ich, dass alle Kinder einer ärztlichen Untersuchung bedürfen.
Aber auch Geschichten der anderen Art erlebt man (leider) in Kenia:
Noch in Deutschland erhielt ich einen Brief eines Streetworkers, der sich um einen Jungen gekümmert hatte. Dieser Junge habe im letzten Jahr beide Eltern verloren und müsse nun von der Schule gehen, weil er das Schulgeld nicht aufbringen könne. Er habe ihm zwar die 2.500 Ksh gegeben, fragte aber nun an, ob wir nicht helfen können. Ich hatte gemailt, dass ich nach Kenia komme und wir uns treffen können. Zu diesem Treffen kam es dann auch und nachdem was ich bisher gesehen hatte, sah der Junge für mich nicht besonders schlecht situiert aus. Er antwortete außerdem nur das, was der „Streetworker“ ihm vorsagte und die Forderungen waren inzwischen auf fast 10.000 Ksh gestiegen. Ich vertröstete beide auf den nächsten Tag und machte mich schlau bei Direktor Peter – die Forderungen waren natürlich viel zu hoch. Außerdem fand ich heraus, dass dieser angebliche Streetworker ein Kellner aus dem Restaurant war, das unmittelbar in der Nähe meines Quartiers war, aber wegen der Nebensaison geschlossen hatte. Das Ganze stellte letztlich wahrscheinlich den Versuch dar, den Arbeitsausfall zu kompensieren. Ich jedenfalls hatte keine Zeit mehr, mich darum zu kümmern J . Hier war ich mal „pole, pole“.
Leider waren die fünf Tage vor Ort im Nu vorbei. Noch nicht mal eine Stunde war Zeit für einen Strandbesuch. Trotzdem möchte ich mich bei allen Mitgliedern und Helfern ganz herzlich bedanken. Im November 2002 geht es wieder los, bis dahin hoffe ich auf viel Unterstützung.
Christine
|

Einkauf in Kwale

"Mensch ärgere Dich nicht" kennen jetzt
auch die Kids in Kenia
|
|
|