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| Unser Projekt "Tsimba" im April 2005 |
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Samstag, 16. April 2005
Die Anreise war wie immer gut und fix organisiert: Jürgen brachte mich im NDR-Auto nach Frankfurt und dort überraschte uns Speedy: a) weil sie helfen und b) sich von mir verabschieden wollte. Seitdem sie in Köln arbeitet, sehen wir uns nicht mehr so oft.
Die 127 kg wurden anstandslos eingecheckt, herzlichen Dank an Condor.
Ankunft war schon Samstagmorgen 4.07 Uhr, obwohl wir etwa 35 Minuten später gestartet sind. Am Airport wollte mir ein kleiner Kenianer gleich den Laptop aus der Hand reißen. Also bat ich ihn, mir doch mit dem Gepäck zu helfen.
Er schleuste mich gleich an allem vorbei, Visa null Probleme und das Gepäck kam auch schnell. Noch ein Helfer und so schlenderten drei Personen mit drei Wagen Richtung Zoll. Dann kreuzte eine Dame unseren Weg. Honigsüß erklärte sie mir, dass es seit vergangenem Jahr neue Gesetze gebe und man zwingend eine Erklärung vom Gouverment benötige. Gut, zugegeben, die hatte ich nicht. Mein „Freund“, der dicke Christopher, war leider in Nairobi, auf ihn konnte ich nicht hoffen. Ich könnte also entweder die Sachen im Store lassen oder etwas zahlen, meinte die Dame lächelnd. Die Bescheinigung vom Gouverment besorgen dauert etwa 4-5 Wochen, welche Alternative also? Doch zahlen?? Nicht nur die schwüle heiße Luft trieb mir den Schweiß ins Gesicht – bislang hatte ich noch nie zahlen müssen und wollte es auch nicht tun! Ich schaltete auf stur: Letztendlich ließ sie mich ziehen, ohne auch nur einen Blick in meine Tasche, Koffer, Kisten zu werfen. Okay ein kleines Entgegenkommen gab es: Ich hatte mich einverstanden erklärt, ihren beiden Jungs außerhalb etwas „kidogo“ (Schmiergeld) zu geben.
Also gab ich ihnen draußen alle Keniaschillinge, die ich in meinen Taschen hatte, demonstrativ zeigte ich die leeren Hosentaschen, sie zogen von dannen.
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Wieder mit von der Partie - Jürgen als sicherer Fahrer zum Flughafen

Ankunft in Mombasa mit 127 kg Mitbringseln
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Pole, pole kam ich irgendwann auch in Diani an, viel Zeit für ein Frühstück und eine Dusche blieb nicht, ich musste an die Nordküste zu einer Hochzeit. Und da es sich um den wichtigsten Tag im Leben des Children Officers von Kwale handelte, verschob ich die Idee auch ganz schnell wieder, der Einladung nicht zu folgen. Es war eine interessante aber auch lange Zeremonie. Nach über dreißig schlaflosen Stunden bin ich dann auch am Abend todmüde ins Bett gefallen.
Die nächsten zwei Wochen waren voll gepackt mit Arbeit. Am Sonntag bin ich natürlich erst einmal nach Tsimba gefahren, es war eine herzliche Begrüßung und da Elton Geburtstag hatte, haben wir die Kids mit unserem Fahrer erst einmal auf eine Soda nach Kwale geschickt. Jennifer und ich haben derweil eine kleine Geburtstagsparty für alle vorbereitet. Jeder bekam ein keines Geschenk, von den meisten Kindern wissen wir die genauen Geburtsdaten nicht, und so war es ein guter Anlass, alle zu beglückwünschen.
Es hatte sich einiges getan auf unserem Gelände: beide Tore sind fertig, der Zaun ist nun vollständig geschlossen und auch Sicherheitstüren am Haus sind angebracht. Man hatte versucht einzubrechen und ohne diese Türen fühlten sich die Kinder und Hausmutter nicht wirklich sicher.
Im Hintergrund gut zu sehen, die fertigen Tore
Unsere drei Großen haben sich wohnlich eingerichtet und die beiden Kleinen, erst vor einigen Tagen aus dem Frauengefängnis Shimo La Tewa abgeholt, sind sehr lieb und machen einen glücklichen Eindruck. Hoffentlich vergessen sie die langen Monate im Gefängnis recht schnell.
Fröhlich und ausgelassen
Am Montag sind wir sehr früh mit William ins Bahari X- Ray Centre gefahren. Nach zwei Stunden Wartezeit ergab der Ultraschall zum Glück keine Nachfolgeschäden der Bilharziose und der völlig verängstigte William konnte aufatmen – wie wir auch. Er muss sich diese Krankheit in der Boardingschule geholt haben und hat lange nichts über seine Beschwerden erzählt.
In Mombasa haben wir dann zufällig Horst, den Solarexperten, getroffen. Horst hatte wieder ein Projekt in Tansania und versprach, ins Heim zu kommen, damit seine kenianische Begleiterin den Umgang mit unseren Solarlampen und dem Solarkocher noch einmal in Suaheli erklären kann.
Zurück in Tsimba konnte ich mit dem Manager sprechen, der bis einen Tag zuvor auf einem Seminar war (delegiert von unserem Verein) und sich mit medizinischen Heilpflanzen nun bestens auskennen sollte. Er sei nun ein Doktor – nun ja. Wir wollen versuchen, einen Garten mit Heilpflanzen anzulegen, auch die Herstellung von Seife, Öl und Tee sollte dann kein Problem mehr sein. Gegen die weit verbreitet Malaria soll die Heilpflanze Artemisia sehr hilfreich sein und wir werden versuchen, diese Pflanzen zu züchten. Zum Kirchentag in Hannover Ende Mai werde ich die Experten treffen. (Im Übrigen: die erste Pflanze gedeiht inzwischen prächtig auf meinem Balkon!) |
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Entwürfe des neuen Zentrums in Likony

Francis, unser neues Board-Mitglied

Auch unseren Solarexperten Horst trafen wir wieder
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Dienstag 19. April 2005
Der erste Besuch heute galt Dr. Ireri und dem Ukunda Medical Centre. Dr Ireri hilft uns schon seit Jahren bei der medizinischen Versorgung der Kinder. Die Kinder werden kostenlos behandelt und wir versuchen ihn unsererseits mit Medizin oder medizinischen Equipment zu versorgen.
Wir gaben den Befund von William ab und er bestätigte, dass die Bilharziose folgenlos bleiben wird. Uns wird wieder einmal sehr deutlich, wie wichtig sauberes Wasser ist.
Die Klinik selbst hat sich verändert, die Fußböden sind neu gefliest, die Wände gestrichen, alles macht einen sehr guten Eindruck.
Danach sind wir nach Mombasa, dort waren wir mit einem Architekt verabredet und Francis, einem Journalist von der Nation, beide würden sich gut im Board (so etwas wie der Aufsichtsrat) unseres kenianischen Vereins, irgendwann muss die NGO Registrierung kommen, ich bin fest davon überzeugt.
Nadi, der Architekt versprach Hilfe und wir schauten uns noch seinen Entwurf des neuen Zentrums in Likony an - total irre, falls es umgesetzt wird.
Francis nahm die Einladung an, was mich besonders freut, da er durch seine Tätigkeit doch weitreichende Erfahrungen und Kontakte hat.
Die dritte im Bunde sollte eine Anwältin sein, diese treffen wir morgen und für Sonntag ist dann das konstituierende Meeting geplant.
Zurück in Tsimba gab es einige Gespräche mit den Kids, die sich doch einiges von der Seele reden wollten und mit der personellen Besetzung nicht so glücklich zu sein scheinen.
Ich versprach ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten.
Mittwoch 20. April 2005
Heute bekam ich Verstärkung: Olaf, ein neues Mitglied unseres Vereins. Er will aktiv helfen und war mir auf Anhieb sympathisch. Er wollte auch gleich loslegen, doch zunächst mussten noch einige administrative Dinge erledigt werden.
Charles und ich trafen uns mit Veronika. Sie ist Anwältin und nicht abgeneigt, bei uns im Board mitzuarbeiten. Ich persönlich finde diese Mischung von Arzt, Anwalt und Journalist durchaus Erfolg versprechend. Danach organisierte ich das Boardmeeting für Sonntag im Afrika Pott, 12 Uhr.
Mit Olaf ging es dann zum Tischler, für Olaf der erste Kontakt mit dem „wahren Leben“ in Ukunda, eine gefüllte Gasflasche musste nach Tsimba transportiert werden und dann hatten wir noch zwei „Digger“ gebeten, sich unser Bohrloch anzuschauen, aus dem immer noch kein Wasser sprühte. In Tsimba freuten sich alle über den „Neuzugang“, besonders unsere Hausmutter war vom gutaussehenden „Mzungu“ (so werden „die Weißen“ genannt) sichtlich beeindruckt.
Am Abend habe ich noch die Kiste mit den Sachen fürs Frauengefängnis Shimo La Tewa packen, auch diesmal haben wir wieder Kleidung und Spielzeug für die Kinder dort mitgebracht.
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Donnerstag den 21. April 2005
Noch schnell habe ich morgens etwa 40 große Wasserflaschen mit Wasser gefüllt, da in Tsimba kein Wasser mehr vorhanden ist und außerdem noch die Kiste für ShimoLaTewa verstaut. Obwohl wir mit dem Kinderheim an die städtische Wasserversorgung angeschlossen sind, gibt es oft nur einmal wöchentlich Wasser und wir benötigen dringend eignes Wasser.
Mit Olaf fuhr ich dann nach Tsimba. Olaf wird ein Hühnerhaus bauen und dann können wir auch die Hühner von Sibylle (ein Weihnachtsgeschenk) abholen.
Da wir auf Horst, den Solarexperten, und Monika, seine Begleitung, noch etwas warten, malen wir derweil mit den Kids, Olaf plant sein Hühnerhaus. Horst und Monika zeigten Jennifer dann, wie der Solarkocher benutzt werden muss, um effektiv zu sein. wird. Jedoch fehlten ein paar Schrauben. Ich versuchte, welche in Kwale zu bekommen, orderte nebenbei noch einen Bus für unseren Ausflug und besorgte ganz nebenbei noch eine Ladung Steine, die wir dem Chief versprochen hatten, damit er endlich sein neues Gebäude fertig stellen konnte.
Nach 13 Uhr konnte ich dann endlich mit den Kids los, wir wollten die Mama im Gefängnis besuchen. Es war ein wenig eng auf der Rückbank, aber keines der fünf Kids wollte daheim bleiben.
Wir kauften noch schnell einiges ein für die Mutter und die zwei Kleinen und bekamen völlig unkompliziert Zugang, ein komisches Gefühl ist es schon wenn man sich an diesem Ort schon „fast wie zuhause“ fühlt.
Die Chefin des Frauengefängnisses unterhielt sich lange mit mir und machte klar, dass die Prognose für die Mama nicht wirklich gut ist, sie ist wohl nicht sehr kooperativ und wird auch später nicht in der Lage sein, ihre neun Kinder allein zu versorgen.
Einige Jahre hat sie noch abzusitzen und bis dahin finden wir auch eine Lösung. Die beiden Kleinen werden wir schon bald aus dieser kinderfeindlichen Umgebung holen können. Die Chefin bestätigte meinen Eindruck, dass sich Charles bislang nicht wirklich darum bemüht hatte. Wir verabredeten, dass die Kids nun jeden Monat einmal zu Besuch kommen, jeweils am Monatsende. Einmal monatlich werden wir den Kauf von Milch, Obst, Pflegeartikel usw. für alle im Objekt befindlichen Kinder organisieren. Momentan sind 13 Kinder im Alter zwischen 2 Monaten und vier Jahren im Gefängnis. Wir haben der Mutter noch einmal erklärt, dass sie natürlich auch ein Mitspracherecht hat und niemand ihr die Kinder wegnehmen möchte. Sie bedankte sich aber und wollte uns die beiden Kleinen auch am liebsten gleich mitgeben. Es war schrecklich und schön zugleich, wie entspannt und lustig alle Kinder wieder zum Auto rannten und der Mutter nur kurz zuwinkten.
Wir nahmen die Umgehungsstraße und machten eine kleine Fotosession am Riesenkrokodil vor dem Mamba Village.
Auf der Fähre konnten wir einen dieser wundeschönen afrikanischen Sonnenuntergänge bewundern.
Sehr spät kamen wir in Tsimba an, inzwischen hatte man die Steine für den Bau des Offices vom Chief geliefert.
Ich musste schnell noch nach Kwale, den Bus für unseren Ausflug bezahlen und dann ab zurück ins Colliers.
Freitag, 22. April 2005
Heute war Buchprüfung angesagt, Charles kam ins Colliers, da wir dort doch mehr Ruhe hatten. Wir diskutierten hart über einige Unstimmigkeiten, einiges hing aber auch mit den Ausgaben für William zusammen, Krankheit ist nicht planbar und so konnte ich das meiste doch nachvollziehen.
Dann nach Mombasa, Treff mit Nadir, der uns die Zeichnung vom geplanten Volontärshaus präsentierte. Er versprach uns Unterstützung und wenn es seine private Situation zulässt, würde er auch unsere Arbeit als Bordmitglied unterstützen.
Wir mussten noch Feuerlöscher kaufen, diese sollten der Brandschutzsicherheitsverordnung genüge tun. Die Firma wurde streng bewacht, fast wie auf dem Flughafen. Jedoch schaute niemand in meine Tasche.Wir kauften zwei Feuerlöscher und unterschrieben einen Wartungsvertrag.
Komischerweise kam alles in allem 10.000 KSH weniger als mir Charles vorher einreden wollte. Ich habe mir aber angewöhnt, soviel wie möglich persönlich zu erledigen und so gab es auch hier keine Chance des „Zuverdienens“.
Danach fuhren wir ins Mij wa salama, das Kinderheim, wo Samson Muruki untergebracht war. Seine Freude war nicht zu übersehen, völlig überwältigt stürzte er auf uns zu und fiel mir in die Arme. Leider durften wir ihn nicht mitnehmen für unseren Ausflug in den Elefantenpark, sie hatten selbst einen Ausflug gesponsert bekommen und er war dafür schon gemeldet. Aber Susan, die Leiterin erlaubte uns, ihn am nächsten Wochenende zu holen. Ins Weme-Center gelangten wir danach diesmal völlig problemlos.
Ich habe dort alle Kinder gesehen und war total überrascht von Tete: sie läuft und springt wie ein junges Reh, es ist nichts mehr zu merken von ihrer Behinderung. Man hat sie operieren lassen, super. Sie scheinen alle wohlauf zu sein, lediglich Irene, die Schwester von Maxon, Agi, Nancy , William, Feith und Alice, machte wie früher einen etwas introvertierten Eindruck.
Irene packte ihre Sachen, denn fürs Wochenende durfte sie mit nach Tsimba, und wir fuhren noch zum Markt, Kartoffeln und Tomaten kaufen.
Im Supermarkt (Nakumat) kauften wir Lebensmittel und auch neue Schuhe für Irene, die sie dringend nötig hatte. Spät erreichten wir Tsimba, wo Irene jubelnd empfangen wurde, nun konnte ich ihr auch die Geschenke von Ralf und Sabine übergeben.
Der Chief glänzte wieder mit „Bescheidenheit“ und ließ ausrichten, er bräuchte nun aber auch noch Zement. Mag ja sein, aber nicht von uns!
Ich war froh, dass ich nun den Tag im Pool ausklingen konnte.
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Zu Besuch im Gefängnis Shimo La Tewa
SchniSchnaSchnappi...

Absolutes Kontrastprogramm
zum Besuch im Gefängnis

Sicherer mit Feuerlöscher

Im WemaCenter
Geschenke für Irene

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Viel Spaß gab es beim "Elefantenausflug" - Elefanten natürlich auch
 Zu Besuch bei Doris
 Kurzeinweisung in die Tücken eines Schlepptop

Action pur beim Two Fishes direkt am Meer
 Ein ganz spezielles Geschenk - die Ziege

Rechner mit Soundsystem - jetzt gibt's was auf die Ohren 
Olaf vor dem selbst gebauten Hühnerhaus - kikeriki!
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Samstag 23. April 2005
Heute war der Ausflug in den Elefantenpark geplant. Der Bus war zwar für 9 Uhr in Tsimba bestellt, aber nicht da! Kein Bus weit und breit, nur der Chief. Olaf versuchte, die Kinder zu beschäftigen, ich fuhr nach Kwale. Der Bus sei unterwegs, hieß es nur. Wir kamen schließlich gegen 10.30 Uhr los. Den Kids hat es sichtlich Spaß gemacht, auch wenn der Bus ziemlich schrottreif und die Lodge nicht auf so viele Esser eingerichtet war. Wir erfuhren, dass die Besucher dieser Lodge in den vergangenen Monaten dreimal von Banditen überfallen worden waren und jetzt kaum noch Gäste kommen, es demnach auch kaum Vorräte gab. Aber wir bestellten alles, was die Küche bot und Pommes und Nudeln sind ja auch keine schlechte Mischung. Elefanten gab es genug zu sehen und die Kids waren sichtlich begeistert.
Müde aber glücklich kamen wir wieder in Tsimba an.
Sonntag, 24. April 2005
Bevor ich zum Meeting in den Afrika Pott musste, fuhr ich noch schnell zu Doris. Das Schulgeld für Doris wird von einer Gruppe um meine Kollegin Claudia bezahlt und ich hatte auch kleine Geschenke mit und wollte mir die Zeugnisse anschauen. Sie ist eine sehr gute Schülerin und ich bin sicher, Claudia wird sich freuen, dies zu hören.
Pünktlich 11.50 Uhr war ich im Afrika Pott, alle kamen natürlich zu spät und Dr. Ireri kam nicht aus der Klinik weg.
Bis fast 16 Uhr diskutierten wir, Charles bekam vor den Anwesenden den Laptop überreicht, den ihm der Verein leiht, um die Abrechnungen und Berichte zu erleichtern. Die Übergabe in aller Öffentlichkeit war eine bewusste Maßnahme, um einen Missbrauch vorzubeugen. Ob es gelingt, wird die Zeit zeigen.
Francis war genauso überrascht wie wir, dass die Registrierung nun schon fünf Monate ergebnislos verlief, er wollte sich informieren.
Wir sind noch schnell zu Dr. Ireri, der war aber mit einer schwierigen Geburt sehr beschäftigt. Also beschlossen wir später zu kommen. Inzwischen waren die Kinder ins Two Fishes gefahren, Olaf unterhielt sie souverän mit Luftballons und Pommes.
Akrobaten, traditionelle Tänzer und Rapcompetition waren die Highlights nach Kim for Love, dem von ihnen verehrten Sänger .
Leider mussten wir uns eher verabschieden, um noch einmal mit Dr. Ireri sprechen zu können. Die Kinder wurden inzwischen wieder nach Tsimba gefahren.
Ireri war ziemlich im Stress, so dass wir nur kurz mit ihm sprechen konnten.
Ein ereignisreicher Sonntag ging zu Ende und ich freute mich auf den Montag - zwei Tage für mich und hoffentlich ein Bad im Meer.
Mittwoch, 27. April 2005
Heute kam Marget, eine unserer Studentinnen, denen wir den Besuch der Secondary School ermöglichen, schon sehr früh vorbei. Ich hatte leider gar keine Zeit und musste sie auf morgen vertrösten. Ich hatte Lebensmittel gekauft und brachte diese noch schnell zu Doris. Sie wollten mir eine Freude machen und schenkten mir eine kleine Ziege, schwarz/ weiß gefleckt.
Evans steckte sie in den Kofferraum, vielleicht freuen sich die Kinder.
Am Colliers Center holte ich noch Olaf ab und schon ging es auf nach Tsimba und danach zum Jugendamt. Unabhängig von der angestrebten Registrierung als NGO musste auch das Kinderheim registriert werden und der Children Officer sah dass ganz aussichtsvoll, es gab allerdings aufgrund der neuen Gesetze viel Papier auszufüllen.
Also packten wir es an.
Da der örtliche Dorf-"Polizist“ Weltmeister im Hand aufhalten (nicht auflegen) war, suchten wir seinen Vorgesetzten, den DCO von Kwale.
In Matuga haben wir die Behörde gefunden - eine Dame saß hinter einem Schreibtisch, der völlig chaotisch aussah. Tausende von Papieren halb lose und halb lieblos im Ordner und ein MG ( richtig, ein Maschinengewehr) vor ihr auf dem Schreibtisch – dieses Bild spricht für sich. Aber der DCO war nicht anwesend, also werden wir das Meeting ohne seine Beratung überstehen müssen. Dann ging’s zurück nach Tsimba und dort folgten fünf Stunden Dauermeeting.
Wir übergaben dem Direktor der Mwamgunga Primary School einen PC komplett mit Monitor und Soundsystem. Unsere Kinder besuchen alle diese Schule.
Weiterhin gab es Verhandlungen mit dem Bürgermeister, dem Chief - nicht immer entsprachen deren Vorstellungen von „Hilfe zur Selbsthilfe“ den unsrigen, aber wir können auch nicht dem gesamten Dorf helfen.
Inzwischen wurde Olaf mit dem Hühnerhaus fertig - eine super tolle Leistung und die Kids haben genauso gern mitgeholfen wie einige Dorfbewohner.
Zum Abschluss des Tages fuhren wir mit Bado und Sadiki zum Schneider, um für sie Schuluniformen nähen zu lassen. Beide gehören zwar nicht zum Heim aber wir unterstützen sie natürlich auch, irgendwie gehören sie für uns zur Familie. |
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Donnerstag 28. April 2005
Früh am Morgen kam Margret, unsere Studentin und hatte 1000 Wünsche, Geld für Nachhilfe, Schulmaterial usw. Ich versuchte ihr noch einmal zu erklären, dass auch wir unsere Grenzen haben und es nicht gut finden, wenn der einzige Kontakt durch Bettelbriefe besteht.
Wir besuchten dann Pascalina, sie hatte schon Erfahrungen mit Heilpflanzen und auch Entenzucht gesammelt.
Ich glaube, wir können noch viel lernen von ihr.
Dann ging es wieder nach Mombasa.
Unterwegs fuhren wir einkaufen und holten dann Samson Muruki ab, der überglücklich war.. Zwei Nächte durfte er nun bei uns bleiben. Wir gingen in den „Blue Room“, einerseits hatten wir Hunger, andererseits wollte ich ins Internet.

Kleidung mussten wir für Samson auch noch kaufen, er hatte nur das mit, was er auf dem Leib hatte. Im Nakumat Nyali hatten wir uns auch noch kurz mit Ingrid verabredet. Ingrid wird nun in unserem Auftrag und von uns finanziert monatlich den Kindern in Shimo La Tewa wichtige Dinge des täglichen Lebens kaufen. Müde beendeten wir den Tag, Samson wurde von der Familie herzlich begrüßt und bekam ein Bett bei William auch BIG WILLY genannt.
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Letzter Tag, Freitag der 29. April 2005
Schon wieder war der letzte Tag gekommen. Ich stand sehr früh auf, schließlich mussten noch die Sachen fürs Heim noch gepackt werden. Es goss in Strömen. Und dass, wo wir unsere Abschiedsparty heute machen wollen! Als ich in Tsimba war, vermisste ich schon bald Simson. Fast beiläufig erwähnte Jennifer, dass er sich nicht gut fühle und im Bett liege. Dabei erschien er mir gestern doch so glücklich?! Genau genommen waren mir aber doch schon die etwas glasigen Augen aufgefallen. Ich schaute nach ihm – er war total heiß. Also hieß es anziehen und ab zum Arzt. William kam mit, falls es Sprachprobleme geben sollte – vielleicht sollte ich doch noch Suaheli lernen? Ganze drei Stunden dauerte diese Aktion: der Warteraum war voll, es musste ein Malariatest sein, der auch noch positiv ausfiel und ein Bronchialkatarr kam auch noch dazu. Er bekam Inhalationen und schrie halb Ukunda zusammen, als es die obligatorische Malariainjektion gab. Morgen würde es ihm dafür wieder gut gehen.
Mit viel Medizin ging es zurück nach Tsimba, wo die Gäste schon längst eingetroffen waren und die Ziegen auch schon „verarbeitet“ waren. Ich hätte das sowieso nicht sehen wollen und welch ein Glück, unsere schwarz-weiße lebte noch ;-)
Die Zeit verging viel zu schnell, aber ich musste zurück ins Apartment, ich hatte noch nichts gepackt. Da ich 4 Uhr morgen am Flughafen sein musste und manchmal gerade nachts die Trucks aus Tansania die Fähre blockieren, schlug mir Evan, unser Fahrer vor, schon eher nach Mombasa zu fahren. Also begleiteten mich Charles und Evans noch in die Mamba Village Disco und lieferten mich sicher um vier Uhr am Flughafen ab.
Wieder war ein Aufenthalt vorbei – kwaheri ya kuonana Kenya.
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Noch schnell zum Arzt statt Abschiedsparty

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Wow, ein richtig tolles Auto für unser Projekt in Kenia vom NDR Hamburg - Danke!!! |
Nachtrag:
Im Mai konnte Diana unsere Registrationsurkunde als NGO in Nairobi abholen.
Wir freuen uns sehr und glauben, dass uns damit die Arbeit in Zukunft etwas erleichtert wird.
So wichtige Dinge wie Errichtung eines Vereinskontos, zollfreie Importe, Arbeitsgenehmigungen werden nun lösbar.
Am 07. Juli 2005 konnten Jürgen und ich außerdem einen VW Transporter in Hamburg abholen, eine Spende des NDR Hamburg, für die wir uns sehr herzlich bedanken.
Jeder, der die Gegebenheiten in Kenia ein wenig kennt, weiß, dass das Transportproblem ein großes Problem ist und Autos und Busse in Kenia in einem katastrophalem Zustand sind.
Verkehrsicherheit ist hier ein Fremdwort und wenn es uns gelingt, dieses Auto in Kenia zollfrei einzuführen, wird es eine große Erleichterung für unsere Arbeit sein und für die Sicherheit der Kinder. Ein großes „Asante sana“ nach Hamburg!!
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